Felix Zulauf sieht scharfe Korrekturen,

aber noch kein Ende der Hausse

Anlässlich des 14. Fondssymposiums von Universal-Investment im Wien, das 4-your-biz für Universal-Investment organisierten, gab der Schweizer Anlageexperte Felix Zulauf düstere Prognosen für die Finanzmärkte ab. Die vier Investmentboutiquen, die in der Veranstaltung ihre Credit-Anlagekonzepte mit Absolute Return-Charakter vorstellten, ließen sich davon nicht entmutigen. 

Geht es nach Investment-Guru Felix Zulauf könnte einem tatsächlich die Lust an der Kapitalanlage vergehen, geht er doch davon aus, dass es heute nicht mehr sinnvoll ist, wenn Industrienationen Wachstumsraten für ihre Volkswirtschaften anpeilen, die auch theoretisch nicht mehr möglich sind.

Zulaufs zentrales Argument ist die demografische Entwicklung:

"Wir haben eine stagnierende Bevölkerung, die schlussendlich in eine schrumpfende Bevölkerung übergehen wird. Die Geburtenrate liegt bei uns bei 1,7, wir bräuchten allerdings eine Rate von über zwei. Wir haben ja zudem eine dramatische Überalterung. Ich glaube auch nicht, dass es zum Wohlstand beiträgt, wenn wir dieses Defizit laufend aus anderen Kulturen auffüllen, weil sich daraus weiterer Probleme ergeben." 

Die Verschuldung sieht Zulauf als zusätzlichen Bremsklotz der Weltwirtschaft. "Was hier gemacht wird, ist eine Verrücktheit sondergleichen, das kann doch niemand mehr bezahlen", erklärt er. Das Verschuldungsproblem sei auch nicht auf die Industrieländer beschränkt: "Die Schwellenländer haben von den Industrienationen gelernt und die Verschuldungsproblematik ist dort genauso gegeben wie bei uns."

 

Seiner Einschätzung nach haben auch die Schwellenländer dieselben Probleme wie Europa – sowohl was die Demografie als auch was die Verschuldung betrifft. "Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich auch dort und demografisch wird man, wenn auch zeitlich verschoben, mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Die Meinung, dass uns das Wachstum der Schwellenländer aus den Problemen herausziehen wird, ist falsch, diese Rechnung wird nicht aufgehen."

 

Die größten Enttäuschungen werden seiner Meinung nach aus Asien kommen. So habe China mit der Abschwächung des Immobilienbooms zu kämpfen, was sich auf das Wachstum auswirken werde. "Wir werden dort realistischer Weise nur noch ein Wachstum von zwei bis drei Prozent sehen und das dämpft natürlich die gesamte asiatische Region." Dabei betont er, dass die Chinesen sehr gut mit den Folgen des Immobilienbooms zurechtkommen.

 

Der Hoffnung der EZB, durch höhere Inflation einen schmerzfreie Gesundung herbeizuführen, erteilt der Kapitalmarktexperte eine Absage: "Das kann man vergessen, es wird nicht funktionieren. Und wenn die EZB steigende Inflationsraten erreichen wird, dann haben wir ganz andere Probleme, die zuvor verursacht wurden." Zulauf konkret: "Ein Festhalten an der Nullzinspolitik könnte langfristig die ganze Vorsorgeindustrie zerstören, Lebensversicherungen und Pensionskassen könnten pleitegehen."

 

Die Aktienmärkte sind laut Zulauf zwar hoch bewertet, von einem Blasenniveau jedoch noch entfernt. Zulauft sieht für die kommenden Quartale jedenfalls durchaus schärfere Korrekturen auf die Märkte zukommen. Allerdings würden diese nur für kurze Zeit andauern, danach werde es wieder nach oben gehen. Insgesamt sieht er die staatlichen Eingriffe zunehmen und ein zurück gedränkt werden des freien Marktes.


Zulaufs Analyse ist wenig entgegenzusetzen, der von ihm beschriebenen Prozess erstreckt sich jedoch ziemlich wahrscheinlich über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

 

Den Originalbeitrag von Institutional Money finden Sie hier


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